1. deutsch

Woelfl, Joseph (1773-1812)

Trois Sonates Pour le Piano Forte ... Dedies a Mr. L. Van Beethoven.

Augsburg, Gombart (PN 233), [1798/1799]

EUR 700,00

Querformat 25x35 cm, illustrierter Titel, 2 Leerseiten, Notendruck S. 2-43 gestochen. Unbeschnitten, gebunden, Rücken mit altem blauem Papierfalz, rechte untere Ecke beschädigt (Mäusefraß) mit Papierverlust außerhalb des breitrandigen Plattendrucks, gering fleckig, Letzte Seite mit rotem Sammlerstempel "Rheinfurth".

* RISM A/I WW 1722 II,11; Rheinfurth 947; Dechant S. 42ff. Whistling 1817 S.386. - Erstausgabe. Dechant gibt als Erstausgabe zwar einen Wiener Druck von Traeg an, von dem allerdings für uns über KVK und RISM kein Exemplar nachweisbar ist. Die diesbezügliche Verlagsanzeige in der Wiener Zeitung bezieht sich daher vermutlich nur auf den Vertrieb der Gombartausgabe in Wien durch Traeg, der 3 Jahre zuveor die Sonaten op. 3 von Wölfl selbst herausgebracht hatte. - "...drey ganz vortreffliche Klavier=Sonaten ... die ganz originell sind, und die schönste abwechselnde Harmonie mit dem fliessendsten Gesang verbinden." (zit. nach Rheinfurth). - Joseph Woelfl (1773-1812), Komponist und Pianist aus Salzburg, hier Schüler von Leopold Mozart und Michael Haydn. Ab 1790 in Wien, möglicherweise auch als Schüler von W. A. Mozart. 1798 berühmte Serie von "Klavierduellen" mit Beethoven, in denen der "klassische Stil" Wölfls und der modernere romantische Stil Beethovens aufeinandertrafen. Der Augen- und Ohrenzeuge Ignaz von Seyfried beschreibt Beethoven "alle beengenden Fesseln sprengend, das Joch der Knechtschaft einem wild schäumenden Cataracte gleich ... Wölfl hingegen, in Mozart’s Schule gebildet, blieb immerdar sich gleich; nie flach, aber stets klar, und eben deswegen der Mehrzahl zugänglicher; die Kunst diente ihm blos als Mittel zum Zwecke, in keinem Falle als Prunk- und Schaustück trockenen Gelehrtthuens." 1801 ging Wölfl nach Paris, 1805 nach London, wo er einer der - künstlerisch und kommerziell - erfolgreichsten Musiker war. - Seltene Originalausgabe aus der Sammlung des Musikwissenschaftlers und Bibliographen Hans Rheinfurth.

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